Katja Keul (3. von links) informierte sich bei den Mitgliedern der Flüchtlingshilfe Langförden über deren Arbeit. Die Bundestagsabgeordnete der Grünen steht den Ehrenamtlichen immer wieder mit Rat und Tat zur Seite.

Berliner Türöffnerin besucht Flüchtlingshelfer

Bundestagsabgeordnete Katja Keul unterstützt die Ehrenamtlichen aus Langförden

Katja Keul ist viel rumgekommen in ihrem Leben. Schon als Kind lebte sie in Algerien und der Schweiz, später in den USA. Und dann natürlich die deutschen Stationen: Berlin, Nienburg, Höxter, Lübben, Frankfurt / Oder und nun Marklohe bei Nienburg. Da ist die Reise nach Vechta nur ein Katzensprung für die Bundestagsabgeordnete der Grünen. Hier ist sie Gast der Flüchtlingshilfe Langförden, informiert sich über deren Arbeit und zeigt sich beeindruckt.
„So gut aufgestellt, wie Sie hier sind, das begegnet mir nicht so oft.“ Gerade hat sie sich mit den Mitgliedern durch eine Präsentation geklickt. Patenschaften, täglicher Deutschunterricht, Begegnungstreffen zwischen Einheimischen und Migranten, Fahrradkurse, Fahrradwerkstatt, Familienzusammenführungen, Job- und Wohnungssuche: In einer guten halben Stunde erfährt sie, wie die Flüchtlingshelfer seit 2013 Syrern, Sudanesen, Irakern und anderen Zuwanderern unter die Arme greifen.
Es ist nicht Keuls erste Begegnung mit den Langfördenern, aber die erste persönliche. „Seit 2014 stehen wir immer mal wieder in Kontakt mit Katja Keul“, erzählt Ludger Penkhues. Denn immer wieder käme es vor, dass die Flüchtlingshelfer an ihre Grenzen stießen. „Gerade wenn es um Familienzusammenführungen geht, ist es manchmal schier unmöglich, die zuständigen Mitarbeiter in den Botschaften zu erreichen. Wir mailen, rufen an, wieder und wieder, aber wir bekommen einfach keine Antwort“, erzählt Ludger Penkhues, einer der Freiwilligen, und ergänzt dankbar: „Frau Keul war da schon manches Mal ein Türöffner für uns.“ So stellte sie in einem Fall Kontakte zur Botschaft in Ankara her, in einem anderen zum Auswärtigen Amt. „Und plötzlich kam Bewegung in die Dinge“, erinnert sich Penkhues. Auch wenn es so eigentlich nicht sein soll, braucht es manchmal doch die guten Netzwerke einer Parlamentarierin.
Seit 2009 sitzt die Rechtsanwältin als Volksvertreterin im Berliner Reichstag, pendelt zwischen der Hauptstadt und ihrem Wahlkreis Nienburg / Schaumburg. Das Thema Krieg und Frieden sei ihr Hauptantrieb, Politik zu machen, sagt sie – auch wenn sie inzwischen nicht mehr im Verteidigungsausschuss sitzt, sondern für die Themen Recht und Verbraucherschutz zuständig ist. Der Frieden aber bleibt Ihre Herzensangelegenheit. Und damit auch die Flüchtlingsfrage. Der Flüchtlingshilfe Langförden sagt sie an diesem Nachmittag auch weiterhin ihre Unterstützung zu. Im Fall eines Migranten aus Eritrea, der verzweifelt versucht, seine Frau und Kinder aus dem totalitären Staat nach Deutschland zu holen, will sie zum Beispiel erneut mit Kontakten helfen. Gerade in dem ausweglos erscheinenden und äußert komplizierten Fall sind die Langfördener Ehrenamtlichen dankbar für jede Unterstützung.

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