Frauenchor startete ins „Blaue“

Die diesjährige „Fahrt  ins Blaue“ mit 26 Frauen und 2 Fans des Frauenchores führte uns am letzten Samstag, 22. September, zunächst zum Ostfriesischen Schulmuseum nach Folmhusen/Westoverledingen. Zunächst informierte uns Museumsleiter Udo Tinnemeyer ausführlich im Museum , wie eine Dorfschule in Ostfriesland um das Jahr 1800 aussah. Hier waren viele alte Bilder und Bücher ausgestellt. Im Folmhuser Schulgebäude aus dem Jahr 1904 versetzte uns Herr Tinnemeyer mit Hilfe eines Rollenspiels in die Schulsituation zur Wilhelminischen Zeit. Ursprünglich hatte die Schule nur einen Klassenraum für die Klassen 1 bis 8. Im Jahre 1904 wurde sie um einen zweiten Schulraum erweitert.

Nachdem die Schulglocke im Turm geläutet wurde, hielten wir in Zweierreihen Einzug in den Klassenraum und nahmen in den alten Schulbänken Platz. Nach Gebet und Gesang zum Unterrichtsbeginn mussten alle die strengen Regeln befolgen nach dem Leitsatz: „Gerade sitzen, Ohren spitzen, Hände Falten, Schnabel halten“ ( was gar nicht so einfach war ). Der Umgang mit der Schiefertafel wurde geübt und schließlich durfte jeder mit dem Milchgriffel in Deutscher Schrift schreiben. Im Anschluss an die interessante Unterrichtsstunde konnten wir im zweiten Klassenraum die Ausstellung zur Schule in der Wilhelminischen Zeit besichtigen. Mit viel Applaus bedankten wir uns schließlich bei Herrn Tinnemeyer für die ausführliche Museumsführung und der tollen Unterrichtsstunde.

Nach einer kleinen Kaffeepause ging es dann weiter in Richtung Leer. Nach einem kleinen Bummel durch die Altstadt von Leer trafen wir uns um 14.00 Uhr im Freizeithafen, wo wir vom Kapitän Peter Gerdes auf seinem kleinen Grachtenboot „Koralle“ begrüsst wurden. Während der einstündigen Fahrt wurde über die Entstehung des Freizeithafen, des Handelshafen und des Industriehafen berichtet. Die Liegeplätze für Sportboote im Freizeithafen sind sehr beliebt. Die Tourenskipper des Deutschen Motoryachtverbandes treffen sich hier jährlich zu Großveranstaltungen. Die ehemalige ostfriesische Dampfschiff-Flotte „Prinz Heinrich“ wurde wieder in den Originalzustand des Jahres 1909 zurückversetzt. Über die Schrägseilbrücke gelangt man auf die andere Seite der Leda, auf die sogenannte Nesse, die früher eine Halbinsel war, auf der nur Kühe grasten. Seit ca. 10 Jahren entsteht hier ein neues Nesseviertel mit Wohn- und Geschäftshäusern.

Wieder an der Rathausbrücke angelangt, nutzen wir die Gelegenheit noch einmal durch  die Altstadt mit ihren kunstvoll renovierten Häusern und Fassaden sowie den hübschen Gassen und den kleinen und urigen Läden und Cafés zu bummeln.

Gegen 16:30 Uhr trafen wir uns schließlich beim Bus zur Rückfahrt und kamen mit vielen lustigen und interessanten Eindrücken gegen 18:00 Uhr wohlbehalten wieder in Langförden an.

Text und Foto: Ursula Lammers

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